Maklerrecht

Aktuelle Entscheidungen im Maklerrecht

Hier finden Sie aktuelle Urteile und Beschlüsse im Maklerrecht – kurz, verständlich und praxisnah zusammengefasst. Im Mittelpunkt stehen typische Fragen zur Maklerprovision, zum Zustandekommen eines Maklervertrags, zur Nachweis- und Vermittlungstätigkeit sowie zu Aufklärungspflichten und Interessenkonflikten. Die Beiträge helfen bei einer ersten rechtlichen Einordnung und zeigen, welche Punkte bei Immobilien- und sonstigen Maklergeschäften besonders wichtig sind.

 

Worum geht es?

 

Behandelt werden insbesondere Entscheidungen zu:

 

Maklervertrag (Zustandekommen, Form, konkludentes Handeln)

 

Maklerprovision (Voraussetzungen, Höhe, Fälligkeit)

 

Nachweis- und Vermittlungstätigkeit des Maklers

 

Kausalität zwischen Maklertätigkeit und Vertragsschluss

 

Doppeltätigkeit und Interessenkonflikte

 

Aufklärungspflichten des Maklers

 

Widerrufsrechte bei Verbraucherverträgen

 

Maklerrecht bei Immobilienkaufverträgen

 

Verteilung der Maklerkosten zwischen Käufer und Verkäufer

 

Beweislast und Dokumentation (Kontaktaufnahme, Exposé, Besichtigungen)

 

 

Bedeutung

 

Das Maklerrecht regelt die Rechte und Pflichten von Maklern sowie von Auftraggebern und Interessenten. In der Praxis geht es häufig darum, ob ein Maklervertrag wirksam zustande gekommen ist, ob der Makler eine provisionspflichtige Leistung erbracht hat und ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Maklertätigkeit und dem späteren Vertragsschluss besteht. Besonders entscheidend sind die konkrete Kommunikation, die Dokumentation von Nachweisen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Bereits kleine Unterschiede im Ablauf können darüber entscheiden, ob eine Provision geschuldet ist oder nicht.

 

So nutzen Sie die Entscheidungen

 

Durchsuchen Sie die Liste nach Gericht, Aktenzeichen, Stichwort, Immobilienart oder Maklerleistung.

 

Öffnen Sie einen Eintrag, um den Entscheidungstext zu lesen.

 

Prüfen Sie die Definition, um die zugrunde liegende Frage einzuordnen.

 

Nutzen Sie das Ergebnis als Orientierung, welche Unterlagen (Exposés, E-Mails, Besichtigungsnachweise etc.) typischerweise entscheidend sind.

 

Häufige Fragen

 

Sind das individuelle Rechtsberatungen?

 

Nein. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersten Einordnung. Für eine verbindliche Prüfung kommt es immer auf die Details Ihres Falls an.

 

Wie aktuell sind die Entscheidungen?

 

Die Liste wird fortlaufend erweitert. Maßgeblich ist jeweils das im Eintrag angegebene Entscheidungsdatum.

 

Warum ist die Beweislast so wichtig?

 

Im Maklerrecht kommt es häufig darauf an, dass der Makler seine Tätigkeit und deren Ursächlichkeit für den Vertragsschluss nachweisen kann. Fehlen entsprechende Nachweise, wirkt sich dies oft zulasten des Maklers aus.

 

Wann entsteht ein Anspruch auf Provision?

 

Ein Provisionsanspruch entsteht in der Regel nur dann, wenn ein wirksamer Maklervertrag besteht, der Makler eine nachweis- oder vermittlungsbezogene Leistung erbracht hat und der Hauptvertrag infolge dieser Tätigkeit zustande gekommen ist. Entscheidend ist stets der konkrete Einzelfall.

Urteile zum Maklerrecht

Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 60/25

Jährlich wiederkehrende Maklerprovisionen ohne neue Leistung sind unwirksam

Sachverhalt: In diesem Fall hatte ein Maklervertrag eine Klausel, nach der der Kunde jedes Jahr eine Provision zahlen sollte, ohne dass dafür eine neue Maklerleistung erbracht wurde.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 159/24

Kein Provisionsanspruch bei unwirksamem Online-Maklervertrag ohne "zahlungspflichtig bestellen"-Button

Online-Abschluss: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Maklervertrag, der über das Internet abgeschlossen wird, nur dann wirksam ist, wenn die gesetzlichen Vorgaben für den elektronischen Geschäftsverkehr eingehalten werden.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 160/24

Kein Provisionsanspruch bei bloßer Vermittlungszusage – Erfolgsprinzip im Maklerrecht bestätigt

Maklerlohn gibt es nur, wenn der vom Makler angestrebte Hauptvertrag tatsächlich abgeschlossen wird. Im entschiedenen Fall vermittelte eine Agentur Studienplätze im Ausland und verlangte bereits mit der Zusage eines Studienplatzes die volle Provision, obwohl der Kunde den Studienvertrag gar nicht unterschrieb.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 138/24

Unwirksamkeit der Provisionsvereinbarung bei Verstoß gegen das Bestellerprinzip (§ 656d BGB)

Fälligkeit – Wann darf der Makler Provision verlangen? Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Makler seine Provision grundsätzlich erst dann verlangen darf, wenn ein wirksamer Hauptvertrag (z.B.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ X ZR 81/23

Unwirksamkeit von Online-Maklerverträgen ohne ordnungsgemäße Button-Lösung

Button-Lösung (§ 312j BGB) Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 4.6.2024 entschieden, dass ein Maklervertrag, der online mit einem Verbraucher abgeschlossen wird, nur dann wirksam ist, wenn die sogenannte Button-Lösung nach § 312j BGB eingehalten wird.

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Bundesgerichtshof · · AZ I ZR 185/22

Doppelmakler muss umfassend über Doppeltätigkeit und Provisionskonditionen aufklären

Sachverhalt – Doppelmaklervertrag und Informationspflichten Im zugrundeliegenden Fall wurde eine Maklerin zunächst vom Verkäufer einer Immobilie und später auch vom Käufer beauftragt. Beide Parteien sollten jeweils eine Provision von 3,57 % zahlen.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ V ZR 38/18

Makler haftet für unrichtige Angaben im Exposé – Fehlen einer Baugenehmigung als Sachmangel

Sachverhalt: In diesem Fall vermittelte ein Makler den Verkauf eines Hausgrundstücks. Im Exposé, das potenziellen Käufern zur Verfügung gestellt wurde, stand, es habe eine Erlaubnis zur Errichtung von 2–3 Pferdeboxen gegeben.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 160/17

Pflichten des Maklers beim Alleinauftrag: Exklusivität, Tätigkeitspflicht und Haftung bei Pflichtverletzung

Sachverhalt: Eine Eigentümerin beauftragte einen Makler per Alleinauftrag mit dem Verkauf eines landwirtschaftlichen Anwesens. Der Makler kaufte das Objekt später selbst zusammen mit einem Dritten, obwohl es höhere Kaufangebote gab, die er der Eigentümerin nicht mitteilte.

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Bundesgerichtshof · · AZ V ZR 229/23

Maklerhaftung bei irreführender Angabe zur Dachsanierung im Exposé

Sachverhalt: In diesem aktuellen Fall hatte der Makler in seinem Exposé zu einer Immobilie die Angabe gemacht, das 'Dach sei komplett erneuert' worden. Tatsächlich waren aber nur einzelne Reparaturen am Dach durchgeführt worden, während der überwiegende Teil des Daches alt und sanierungsbedürftig geblieben war.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ VIII ZR 324/21

Makler muss bei Doppeltätigkeit Provisionsgleichheit offenlegen – sonst kein Anspruch auf Provision

Hintergrund: Ein Makler vermittelte eine Doppelhaushälfte und schloss mit beiden Parteien – Käufer und Verkäufer – jeweils einen Maklervertrag mit identischer Provision. Der Käufer wollte wissen, ob wirklich Gleichbehandlung herrscht, und verlangte Einsicht in den Vertrag mit dem Verkäufer.

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Bundesgerichtshof · · AZ I ZR 169/19

Keine Maklerprovision bei fehlender ordnungsgemäßer Widerrufsbelehrung

Widerrufsrecht beim Maklervertrag – Wann entfällt die Provision? Verbraucher, die einen Maklervertrag außerhalb der Geschäftsräume des Maklers oder im Fernabsatz (z.B. per E-Mail oder Telefon) abschließen, haben grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ I ZR 40/19

Ende des Maklervertrags durch Fristablauf bei unwirksamer Verlängerungsklausel

Sachverhalt: In diesem Fall hatte eine Maklerin einen befristeten Alleinverkaufsauftrag über 6 Monate erhalten. Der Vertrag sah eine automatische Verlängerung um jeweils 3 Monate vor, falls keine Kündigung erfolgte.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ III ZR 104/08

Maklerprovision bleibt auch bei späterem Scheitern des Hauptvertrags bestehen, wenn dieser wirksam zustande gekommen ist

Wirksamer Hauptvertrag Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass ein Makler seinen Provisionsanspruch bereits mit dem wirksamen Abschluss des Hauptvertrags verdient. Es kommt nicht darauf an, ob der Vertrag später tatsächlich durchgeführt wird oder aus anderen Gründen scheitert.

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Bundesgerichtshof (BGH) · · AZ III ZR 184/02

Maklerprovision: Sittenwidrigkeit bei auffällig überhöhter Vergütung – Maßstab ist die übliche Provision im jeweiligen Marktsegment

Form und Transparenz Für die Wirksamkeit einer Maklerprovision ist entscheidend, dass die Vereinbarung klar und verständlich formuliert wurde. Seit Dezember 2020 muss bei Wohnimmobilien (Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser) an Verbraucher die Provisionsvereinbarung in Textform erfolgen.

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OLG Hamm · · AZ 18 U 123/21

Provisionsverlust bei schwerwiegender Treuepflichtverletzung durch Makler – Unzulässiger Interessenkonflikt

Wann verliert ein Makler seinen Anspruch auf Provision? Das Oberlandesgericht Hamm hat am 11.01.2024 klargestellt: Ein Makler, der seine Treuepflichten gegenüber dem Kunden schwerwiegend verletzt, handelt in einem unzulässigen Interessenkonflikt und verliert damit seinen Provisionsanspruch.

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OLG Düsseldorf · · AZ 7 U 45/22

Kein Provisionsanspruch gegen Maklerkunden bei Erwerb durch wirtschaftlich nicht verbundenen Dritten; Unwirksamkeit weit gefasster AGB-Klauseln zur Provisionspflicht bei Weitergabe

Provisionsanspruch nur bei Vertragsschluss durch den Kunden: Nach deutschem Maklerrecht entsteht ein Provisionsanspruch grundsätzlich nur dann, wenn der Maklerkunde selbst den vermittelten Vertrag abschließt.

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OLG München · · AZ 34 U 1372/23

Maklerwechsel allein beendet Altvertrag nicht – Eindeutige Kündigung erforderlich

Maklerwechsel – Kein automatisches Vertragsende Das OLG München hat entschieden, dass ein Maklervertrag nicht allein dadurch endet, dass der Kunde einem neuen Makler eine Vollmacht erteilt oder der Versicherer einen neuen Makler meldet.

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OLG Frankfurt am Main · · AZ 19 U 54/21

Maklerprovision von 12% ist sittenwidrig und nicht durchsetzbar

Sachverhalt: In dem vorliegenden Fall hatte ein Makler eine Provision von insgesamt 12% des Kaufpreises (zzgl. eines festen Honorars) für die Vermittlung eines Grundstückskaufs verlangt. Die übliche Maklerprovision in der Region lag jedoch bei 3–5%.

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OLG Brandenburg · · AZ 7 U 117/20

Unwirksame Widerrufsbelehrung wegen suggeriertem Verzicht – Kein Provisionsanspruch trotz Vermittlung

Sachverhalt: Ein Immobilieninteressent meldete sich auf ein Online-Inserat mit Hinweis auf eine Käuferprovision.

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OLG Hamm · · AZ I-18 U 18/19

Kein Schadensersatz bei grobem Mitverschulden des Käufers trotz Maklerpflichtverletzung

Pflichtverletzung des Maklers Das OLG Hamm hatte zu entscheiden, ob ein Immobilienmakler für einen Schaden haftet, weil er in seinem Exposé eine Immobilie mit '5 Wohneinheiten' bewarb, obwohl das Erdgeschoss baurechtlich nur für eine gewerbliche Nutzung zugelassen war.

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