Asylrecht

Aktuelle Entscheidungen im Asylrecht

 

Hier finden Sie aktuelle Urteile und Beschlüsse im Asylrecht – kurz, verständlich und praxisnah zusammengefasst. Im Mittelpunkt stehen typische Fragen zu Asylantrag, Flüchtlingsschutz, subsidiärem Schutz, Abschiebungsverboten, Aufenthaltsstatus und Verfahrensabläufen. Die Beiträge helfen bei einer ersten rechtlichen Einordnung und zeigen, welche Punkte im Asylverfahren und bei aufenthaltsrechtlichen Entscheidungen besonders wichtig sind.

 

Worum geht es?

Behandelt werden insbesondere Entscheidungen zu:

Asylantrag und Ablauf des Asylverfahrens

Flüchtlingsschutz (Voraussetzungen, Verfolgungsgründe, Glaubhaftmachung)

Subsidiärem Schutz und nationalen Abschiebungsverboten

Dublin-Verfahren und Zuständigkeitsprüfung innerhalb der EU

Ablehnung des Asylantrags und Rechtsschutzmöglichkeiten

Abschiebung und Abschiebungshindernisse

Aufenthaltsstatus nach Anerkennung (Aufenthaltserlaubnis, Verlängerung)

Widerruf und Rücknahme von Schutzstatus

Familiennachzug zu Schutzberechtigten

Beweislast und Mitwirkungspflichten im Asylverfahren

 

Bedeutung

Das Asylrecht regelt, unter welchen Voraussetzungen eine Person Schutz vor Verfolgung oder ernsthaftem Schaden erhält und in Deutschland bleiben darf. In der Praxis geht es häufig darum, ob individuelle Verfolgungsgründe vorliegen, ob eine Rückkehr in das Herkunftsland zumutbar ist und ob internationale oder nationale Schutzformen greifen. Besonders entscheidend sind die Glaubhaftmachung des eigenen Vortrags, die Mitwirkung im Verfahren und die Bewertung der Lage im Herkunftsland. Kleine Abweichungen im Sachverhalt können maßgeblich darüber entscheiden, ob Schutz gewährt oder der Antrag abgelehnt wird.

 

So nutzen Sie die Entscheidungen

Durchsuchen Sie die Liste nach Gericht, Aktenzeichen, Herkunftsland, Schutzstatus oder Stichworten.

Öffnen Sie einen Eintrag, um den Entscheidungstext zu lesen.

Prüfen Sie die Definition, um die zugrunde liegende Frage einzuordnen.

Nutzen Sie das Ergebnis als Orientierung, welche Angaben, Nachweise und Umstände im Verfahren typischerweise entscheidend sind.

 

Häufige Fragen

 

Sind das individuelle Rechtsberatungen?

Nein. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersten Einordnung. Für eine verbindliche Prüfung kommt es immer auf die Details Ihres Falls an.

 

Wie aktuell sind die Entscheidungen?

Die Liste wird fortlaufend erweitert. Maßgeblich ist jeweils das im Eintrag angegebene Entscheidungsdatum.

 

Warum ist die Beweislast so wichtig?

Viele Verfahren im Asylrecht entscheiden sich an der Glaubhaftigkeit des Vortrags: Fehlen nachvollziehbare Angaben oder bleiben wesentliche Punkte unklar, wirkt sich das häufig zulasten der antragstellenden Person aus.

Was ist im Asylverfahren besonders problematisch?

 

Entscheidend sind oft widerspruchsfreie und detaillierte Schilderungen sowie die Mitwirkung im Verfahren. Unstimmigkeiten, fehlende Dokumente oder verspätete Angaben können dazu führen, dass der Antrag abgelehnt wird oder Schutz nur eingeschränkt gewährt wird.

Urteile zum Asylrecht

Bundessozialgericht (BSG) · · AZ B 8 AY 1/22 R

Herabstufung Alleinstehender in Gemeinschaftsunterkünften auf Bedarfsstufe 2 auch bei Grundleistungen verfassungswidrig?

Hintergrund: Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten alleinstehende Asylsuchende, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, bislang oft nur Leistungen der Bedarfsstufe 2 statt der höheren Bedarfsstufe 1.

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Landessozialgericht München · · AZ L 8 AY 11/24

Regelbedarfsstufe 1 auch bei Leistungseinschränkung nach § 1a AsylbLG für Alleinstehende in Sammelunterkünften

Anspruch auf Leistungen nach dem AsylbLG – Grundsatz Das Landessozialgericht München hat am 10.09.2024 entschieden, dass ein Anspruch auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) grundsätzlich besteht, wenn die Person zum berechtigten Personenkreis gehört (z.B.

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Verwaltungsgericht Düsseldorf · · AZ 22 K 4567/25.A

Zur Versäumung der 1-Wochen-Frist bei Unzulässigkeitsbescheid (Dublin-Verfahren) und fehlerhafter Rechtsbehelfsbelehrung

Sachverhalt: In dem entschiedenen Fall hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag als unzulässig abgelehnt, da nach der Dublin-III-Verordnung ein anderer EU-Staat zuständig sei. Der Bescheid wurde dem Antragsteller am 20.02.2026 zugestellt.

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Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) · · AZ 1 C 16.25

Abschiebungsandrohung trotz EU-Schutzstatus in anderem Mitgliedstaat – Rechtmäßigkeit bei vollständiger Einzelfallprüfung

Schutzstatus in anderem EU-Staat – Bindungswirkung? Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) entschied am 19.

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Sozialgericht Berlin · · AZ S 127 AY 15/24 ER

Psychotherapeutische Behandlung für besonders schutzbedürftige Asylsuchende ist zwingend zu gewähren

Gesundheitsversorgung – Anspruch auf Psychotherapie Das Sozialgericht Berlin hat entschieden, dass besonders schutzbedürftige Asylsuchende, wie etwa Folteropfer oder schwer traumatisierte Personen, einen unmittelbaren Anspruch auf psychotherapeutische Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) haben.

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Verwaltungsgericht Düsseldorf · · AZ 17 L 3613/25.A

Abschiebungsandrohung bleibt trotz Familienaufenthalt rechtmäßig und vollziehbar

Sachverhalt: In diesem aktuellen Fall hatte eine Person nach negativ abgeschlossenem Asylverfahren in Österreich einen Zweitantrag in Deutschland gestellt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) lehnte den Antrag als unzulässig ab und ordnete die Abschiebung nach Syrien an.

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Verwaltungsgericht Karlsruhe · · AZ A 13 K 10026/25

Fehlerhafte fremdsprachige Belehrung verhindert Zustellungsfiktion bei BAMF-Bescheid

Sachverhalt: Ein abgelehnter Asylbewerber erhielt einen BAMF-Bescheid, bei dem die Zustellungsfiktion nach § 10 Abs. 4 AsylG sowohl auf Deutsch als auch auf Arabisch erläutert wurde.

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Verwaltungsgericht Düsseldorf · · AZ 17 K 7834/24.A

Kein Abschiebungsverbot bei allgemeiner Notlage und nicht lebensbedrohlicher Erkrankung im Libanon

Sachverhalt: Eine libanesische Klägerin beantragte Schutz vor Abschiebung nach § 60 Abs. 7 S. 1 AufenthG. Sie berief sich auf die schlechte humanitäre Lage im Libanon sowie auf gesundheitliche Probleme (Migräne, Schwerhörigkeit).

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VG Berlin · · AZ 31 K 504/24 A

Flüchtlingsschutz für lesbische Frau aus Georgien wegen fehlenden staatlichen Schutzes vor nichtstaatlicher Verfolgung

Hintergrund: In Georgien sind LSBTI-Personen, insbesondere lesbische Frauen, häufig Gewalt, Diskriminierung und Bedrohungen durch Familienangehörige, Nachbarschaft oder extremistische Gruppen ausgesetzt.

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Verwaltungsgericht Hamburg · · AZ 12 AE 5719/25

Vorübergehender Schutz ist kein internationaler Schutz im Sinne des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG

Sachverhalt – Vorübergehender Schutz in Spanien: Die betroffene Person hatte in Spanien einen Aufenthaltstitel erhalten, der auf vorübergehendem Schutz nach der EU-Richtlinie 2001/55/EG beruhte. Anschließend stellte sie in Deutschland einen Asylantrag.

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Verwaltungsgericht Bayreuth · · AZ B 8 S 25.31250

Persönliche Anhörung auch bei Behinderung zwingend – Fragebogen genügt nicht

Sachverhalt: Das BAMF hatte einer taubstummen, nicht gebärdensprachkundigen, aber alphabetisierten Asylbewerberin lediglich einen postalischen Fragebogen zur Beantwortung geschickt, anstatt sie persönlich anzuhören.

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Verwaltungsgericht Minden · · AZ 2 L 728/25.A

Folgeantrag im Asylverfahren: Neue Tatsachen müssen die Chance auf Schutz erheblich erhöhen

Neuer Prüfungsmaßstab – Was verlangt das Gesetz? Seit der Gesetzesänderung vom 27.02.2024 ist ein weiterer Asylantrag (Folgeantrag) nur noch dann zulässig, wenn der oder die Antragstellende neue Tatsachen oder Beweismittel vorlegt, die mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einer für ihn oder sie günstigeren Entscheidun …

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Verwaltungsgericht Hamburg · · AZ 12 A 6052/24

Keine Verlängerung der Überstellungsfrist wegen angeblichen Flüchtigseins – Zuständigkeitsübergang nach Fristablauf

Sachverhalt: Im vorliegenden Fall ging es um einen Asylbewerber, dessen Überstellung nach der Dublin III-Verordnung von Deutschland in einen anderen EU-Staat erfolgen sollte.

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Verwaltungsgericht Berlin · · AZ Asyl.net RSDB M33372

Dublin-III geht vor: Keine sofortige Zurückweisung bei Einreise aus sicherem EU-Drittstaat

Sachverhalt: Ein Asylsuchender reiste über Polen nach Deutschland ein und stellte an der deutsch-polnischen Grenze (Frankfurt/Oder) ein Asylgesuch. Die Behörden wollten ihn unmittelbar zurückweisen und beriefen sich auf § 18 Abs. 2 Nr. 1 AsylG (Einreise aus sicherem Drittstaat).

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Verwaltungsgericht Köln · · AZ 22 K 7125/23.A

Keine zumutbare interne Schutzalternative für homosexuellen Asylbewerber in türkischen Großstädten

Sachverhalt: Ein homosexueller Mann aus der Türkei suchte Schutz in Deutschland, nachdem er in seinem Heimatland von seiner Familie mit dem Tod bedroht und seine Wohnung beschossen wurde.

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Verwaltungsgericht Braunschweig · · AZ 1 A 49/24

Keine Flüchtlingseigenschaft bei allgemeiner Wehrdienstentziehung und Bürgerkriegslage ohne individuelle Verfolgungsgründe

Sachverhalt: Ein syrischer Staatsangehöriger sunnitischer Religionszugehörigkeit verließ Syrien, um dem Bürgerkrieg und dem Wehrdienst zu entkommen. Er hatte keine politische Betätigung und keine individuellen Konflikte mit staatlichen Stellen.

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Verwaltungsgericht Berlin · · AZ 9 K 668/23 A

Überstellungsfrist nach Art. 29 Dublin III abgelaufen – Zuständigkeitsübergang auf Deutschland

Sachverhalt: In dem Verfahren vor dem VG Berlin ging es um die Frage, ob Deutschland für das Asylverfahren eines Antragstellers zuständig geworden ist, weil die Überstellungsfrist nach Art. 29 der Dublin III-Verordnung abgelaufen ist. Ursprünglich sollte der Antragsteller in einen anderen EU-Staat überstellt werden.

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Oberverwaltungsgericht Bremen · · AZ 2 B 80/25

Nicht jede Kontaktaufnahme mit der Ausländerbehörde ist ein Asylantrag – Maßgeblich ist das erkennbare Schutzbegehren

Begriffsbestimmung (Was ist ein Asylantrag?): Das OVG Bremen stellt klar, dass ein Asylantrag im Sinne des § 13 AsylG nicht an eine bestimmte Form gebunden ist. Ein Asylgesuch kann schriftlich, mündlich oder auf andere Weise geäußert werden.

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OVG Brandenburg · · AZ nicht genannt (Entscheidungsdatenbank Brandenburg, Veröffentlichung 2025)

Aufenthaltsgestattung nach § 55 AsylG begründet rechtmäßigen Aufenthalt – auch für Rückführungs- und Familienrecht relevant

Rechtmäßiger Aufenthalt während des Asylverfahrens: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Brandenburg hat im Beschluss vom 05.02.2025 klargestellt, dass eine Aufenthaltsgestattung nach § 55 AsylG für die Dauer des Asylverfahrens – einschließlich etwaiger Gerichtsverfahren – einen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland vermi …

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Verwaltungsgericht Regensburg · · AZ RO 11 K 23.30761

Fehlende persönliche Anhörung nach § 25 AsylG führt zur Rechtswidrigkeit des Bescheids

Kern der Entscheidung: Das Verwaltungsgericht Regensburg hat am 3. Februar 2025 klargestellt, dass ein Asylbescheid rechtswidrig ist, wenn die gesetzlich vorgeschriebene persönliche Anhörung nach § 25 AsylG unterbleibt.

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